20 Mio Euro Soforthilfe für den Libanon – Darum ist das Geld gut investiert

Deutschland stellt dem Libanon nach der verheerenden Explosionskatastrophe in Beirut zehn Millionen Euro für Soforthilfemaßnahmen zur Verfügung. Das kündigte Bundesaußenminister Heiko Maas vor Beginn der internationalen Geberkonferenz für das Krisenland an. „Die Menschen in Beirut brauchen unsere Hilfe und sie brauchen Anlass zur Hoffnung“, erklärte Maas. „Die heutige Konferenz der wichtigsten Partner und Unterstützer Libanons ist ein wichtiges Signal – in allererster Linie für diejenigen, die unmittelbar von dem Unglück betroffen sind.“

Entwicklungsminister Gerd Müller ergänzte: „Damit unterstützen wird die medizinische Grundversorgung, die Ernährungssicherung über das Welternährungsprogramm und kurzfristige Jobs zur Instandsetzung wichtiger Infrastruktur über unser ‚Cash for work‘-Programm.“

Frankreich richtete derweil eine Luft- und Seebrücke ein, um den Libanon mit Hilfsgütern zu versorgen. Wie das französische Außenministerium am Samstagabend mitteilte, sollen insgesamt mehr als 18 Tonnen Medikamente und fast 700 Tonnen Lebensmittel nach Beirut gebracht werden. Momentan sind acht Hilfsflüge und zwei Schiffslieferungen geplant. Erste französische Hilfsflüge waren schon am Mittwoch, dem Tag nach der Katastrophe, in den Libanon gestartet. Am Samstag hob eine A400M-Frachtmaschine der französischen Luftwaffe ab. Zwei weitere Maschinen sollen am Sonntag und am Montagmorgen nach Beirut fliegen.

Warum ist diese Hilfe wichtig?

Der Libanon ist zum einen ein wichtiger Partner der deutschen Wirtschaft und importiert jährlich für gut 500 Millionen Euro Waren aus Deutschland.
Zudem gilt das ehemalige Bürgerkriegsland auch als Stabilisator in der Region, denn es grenzt an Syrien und hat, trotz der eigenen angespannten wirtschaftlichen Lage, riesige Flüchtlingslager. Eine Destabilisierung, oder sogar ein erneuter Ausbruch eines Bürgerkrieges, würde die gesamte Region zusammenbrechen lassen und eine weitaus größere Flüchtlingsbewegung in Gang setzen als bisher.

Geberkonferenz hat auch Forderungen

Die Geberkonferenz knüpft allerdings auch Forderungen an die Hilfen und fordert die libische Regierung mit Nachdruck zu Reformen auf und unterstützt damit die Forderungen der Proteste die seit der Explosion von Ammoniumnitrat im Hafen Beiruts im Raum stehen.
„Einzelinteressen und alte Konfliktlinien“ müssen überwunden werden und das Wohl der gesamten Bevölkerung vorangestellt werden. Zuletzt war es am Samstag zu wütenden Protesten in Beirut gekommen. Viele Menschen machen Korruption und Misswirtschaft in dem Land für die Katastrophe mitverantwortlich.

UPDATE

252,7 Millionen Euro für den Libanon, darauf verständigte sich die Geberkonferenz. Anders als angekündigt beteiligt sich Deutschland mit 20 Millionen Euro.

Die Gelder sollen gezielt an Hilfsorganisationen verteilt werden, damit kein Geld in der korrupten Regierung versickert.

(Red)

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