975 Jahre Hettstedt – Festwochenende erfolgreich verlaufen

Traditionell steht das dritte Oktoberwochenende in Hettstedt ganz im Zeichen des Zwiebelmarktes. Wie jedoch schon 2020 musste auch 2021 dieses Fest auf Grund der Corona-Pandemie entfallen. Da auch das 975jährige Stadtjubiläum im Juli dieses Jahres durch Corona nicht stattfinden konnte, hatte die Stadtverwaltung am vergangenen Wochenende auf mehrere, dezentrale Veranstaltungen gesetzt, um einerseits an den Zwiebelmarkt zu erinnern, andererseits das Stadtjubiläum ein wenig zu feiern.

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In diesem Zusammenhang wurde am Freitag das Projekt „Sanierung der Novalis-Grundschule“ offiziell beendet und das Gebäude an die Schülerinnen und Schüler übergeben. Neben einem symbolischen Schlüssel überreichte Bürgermeister Dirk Fuhlert ein Luftbild des sanierten Schulhauses und eine Fotodokumentation über die Sanierung. Am Ende beliefen sich die Baukosten auf insgesamt rund 5,5 Millionen Euro, wobei zur Unterstützung Fördermittel in Höhe von 2 Millionen Euro flossen. Der Bürgermeister hob hervor: „Die Stadt Hettstedt unternimmt große Anstrengungen in ihren Kindereinrichtungen und Schulen, damit die nächste Generation ihre Schritte ins Leben unter bestmöglichen Voraussetzungen machen kann.“
Auf dem Marktplatz lud der „Zwiebelfreitag“ zum Bummeln ein. Der übliche Wochenmarkt war mit weiteren Angeboten, darunter auch Stände mit den typischen Zwiebelmarktprodukten, erweitert worden. Besonders erfreulich war es, dass auch die beiden Partnerstädte Vöhringen und Bergkamen an Ständen Spezialitäten aus ihrer Region anboten. Insgesamt 15 Gäste aus den beiden Partnerstädten erlebten das Wochenende mit zahlreichen Aktivitäten in der Kupferstadt.
Höhepunkte waren am Samstag die Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses und am Nachmittag der offizielle Festakt zum Stadtjubiläum.
In das neue Gerätehaus investierte die Stadt zukunftsorientiert eine beträchtliche Summe. Bereits die Freilegung des Baugrundstückes inklusive aller Nebenkosten erforderte den Einsatz von rund 175.000 €. Der Neubau selbst hatte bei den Baukosten unter dem Strich die Zahl 3,56 Millionen Euro stehen. Glücklicherweise konnte die Stadt Hettstedt diese Kostenbelastung durch Fördermittel verringern. 915.000 € flossen aus dem Förderprogramm des Abwehrenden Brandschutzes und der Hilfeleistung in Sachsen-Anhalt.
Parallel wurden den Kameradinnen und Kameraden zwei neue Fahrzeuge übergeben. Die Kosten für das Tanklöschfahrzeug 3000 (TLF3000) beliefen sich auf 325.000 €. Davon konnten 150.000 € über Fördermittel realisiert werden. Gänzlich ohne Fördermittel, also vollständig aus dem Stadtsäckel wurde das Löschgruppenfahrzeug 20 Katastrophenschutz (LF20 KatS) mit 298.000 € finanziert. Beide Fahrzeuge entsprechen den neuesten Stand der Technik und heben das technische Niveau der Ortswehr Hettstedt erneut beachtlich an.

Der Festakt, welcher durch Corona in der Dimension der ausgesprochenen Einladungen leider beschränkt werden musste, konnte ein ganze besonderes Highlight aufweisen. Die Städtepartnerschaft zwischen Hettstedt und den Kommunen Vöhringen und Bergkamen besteht seit 1990 und wurde maßgeblich durch die Bürgermeister der Städte Karl Janson (Vöhringen) und Roland Schäfer (Bergkamen) geprägt. Im vergangenen Jahr wurden beide in ihren wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Im Beisein der beiden neuen Bürgermeister Bernd Schäfer (Bergkamen) und Michael Neher (Vöhringen) sowie dem Landrat des Landkreises Mansfeld-Südharz André Schröder und dem Bürgermeister Hettstedts a.D. Richard Lotzwig verlieh der Bürgermeister der Kupferstadt Hettstedt, Dirk Fuhlert, den beiden aus dem aktiven Dienst ausgeschiedenen Bürgermeistern der Partnerstädte feierlich die Ehrenbürgerrechte des Stadt Hettstedt. Neben der entsprechenden Ehrenurkunde und einem Sachgeschenk der kommunalen Stadtwerke Hettstedt GmbH trugen sich beide auch in das Goldene Buch der Stadt ein.
Für ihr ehrenamtliches Engagement wurden 3 weitere Personen mit einer Ehrenurkunde und einem Sachpräsent geehrt:

Gabriele Spottog

Sie ist Gründungsmitglied des ASB Regionalverbandes Mansfeld-Südharz und arbeitete bis zu ihrem Renteneintritt 2015 hauptamtlich im Rettungsdienst. Schon damals übernahm die bereits viele zusätzliche ehrenamtliche Aufgaben. Sie ist Vorstandsmitglied und sehr aktiv in der Begleitung des Wünschewagens, bei medizinischen Absicherungen von Veranstaltungen immer dabei und fährt wenn Not am Mann oder an der Frau ist, im kassenärztlichen Bereitschaftsdienst das Einsatzfahrzeug.
Manfred Stern. Ob in der Kommunalpolitik, in der Heimatgeschichte und im Chorgesang – überall war er aktiv und ist es größtenteils noch heute. Dabei durfte er im Juli seinen 82. Geburtstag feiern. Das er zum alten Eisen gehören könnte – dieser Gedanke ist ihm fremd und das ist auch gut so.

Mary-Ann Lanfermann

Sie ist eine treibende Kraft bei den LEOs, der Jugendorganisation der LIONs in Hettstedt, sie unterstützt den Kreis-Kinder- und Jugendring und hat sich vor wenigen Wochen angeboten, die Stadtverwaltung bei der Etablierung eines Kinder- und Jugendrates aktiv zu unterstützen. Dabei soll auch die verstärkte Belebung des Hauses der Jugend erreicht werden.
Bürgermeister Fuhlert sagt dazu: „Wer unsere Gesellschaft genauer betrachtet, der wird leider feststellen, dass leider die Zahl derer, die sich ehrenamtlich in verantwortlicher Position engagieren abnimmt. Dies ist ein Prozess, dem wir uns alle entgegenstemmen sollten. So ist die Würdigung des Ehrenamtes an diesem heutigen Tag für mich nicht nur Bestandteil eines Festaktes, sondern auch ein inneres Bedürfnis.“
Am Abend feierten die Delegationen ausgelassen gemeinsam mit vielen weiteren Gästen beim öffentlichen Oktoberfest des Festveranstalters Matthias Poschke.
Den großen Abschluss bildete am Sonntag ein Musikfest auf dem Markt. Die große Anzahl von Besuchern, die dem Spielmannszug Blau-Weiß Hettstedt 1919 e.V. und dem Kolpingorchester Hettstedt lauschen wollten, überraschte die Stadtverwaltung.
Letztendlich schätzt der Bürgermeister ein: „Das Festwochenende war ein Kompromiss. Viel mehr war ursprünglich vorgesehen, um das Stadtjubiläum zu feiern. Corona hat uns da einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Wir blicken aber nach vorn: Die Stadtverwaltung plant derzeit den Weihnachtsmarkt und die dazugehörige Veranstaltung Advent in den Kupferhöfen am letzten Wochenende vor Weihnachten und für 2022 gehen wir fest davon aus, vom 14.-16.10. wieder einen Zwiebelmarkt in alter Größe veranstalten zu können.“

Quelle: Kupferstadt Hettstedt

Foto(s): C. Saalbach

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