AfD in Spielfilmlänge – Kundgebung liefert bekanntes, aber nichts neues

Gestern Abend war es nun soweit, Kundgebung des AfD Kreisverband Mansfeld-Südharz. „Der Lockdown und seine politischen und wirtschaftlichen Folgen“ war das Thema. Wer die AfD kennt, kann sich denken was gesagt wurde und der Artikel wäre an dieser Stelle schon zu Ende.

Spoiler: Genau, es gab nichts neues.

Aber versuchen wir das Erlebnis einmal zusammenzufassen. Wie der Titel schon sagt, gab es 90 Minuten das übliche Programm der AfD auf die Ohren für 40 bis 50 Zuhörer, oder wie Reiner Kretschmar sie begrüßte „Patrioten“. Robert Farle (MdL) gab sich da schon mehr Mühe um die „Sympathisanten der AfD“ für sich zu begeistern. Es folgte das übliche Programm, was man nun aus vergangenen Kundgebungen bereits kennt. Die „Regierung in Berlin sind Volksverräter“ (Reiner Kretschmar / MdL)), die „AfD will den Vielvölkerstaat auflösen“ und sieht sich als „Spitze des Widerstands“ (Daniel Wald / MdL) und sowieso sein man der „Befreier“.

Als das Gewetter in AfD-deutsch gegen Berlin und die Altparteien durch war, schwenkte man zwischen Corona-Schwindel, Klimawandel und Flüchtlingen hin und her, wobei einige Redner inzwischen weit entfernt vom ursprünglichen Thema abkamen. Alles wie gehabt, ohne Diffamierung anderer und maximal EU-feindlich ging es natürlich nicht. Die Presse ist natürlich systemgesteuert und man habe sowieso nur die einzige Wahrheit. Diese solle man sich am besten in den sozialen Medien suchen, oder eben auf den Seiten der AfD. Ach ja und die Verschwörungstheorien stammen natürlich nicht von ihren Leuten, oder Sympathisanten.

Dann wurde es jedoch spannend, als man die Rednerin Ellen Siefke, Stadträtin der AfD in Sangerhausen, vorstellte. So spannend und laut, dass selbst das Fitnessstudio auf dem Markt mit den Worten „So ein Krach hier“ die Fenster ihrer Räume lautstark schloss. Das aber nur als Anmerkung am Rande. Frau Siefke sinnierte lautstark über „Merkels Zwangsimpfungen mit Hilfe von Bill Gates“ und das die Deutschen zur besseren Überwachung ja „gechipt“ werden sollen. Auch über die Folgen des Immunitätsausweises, der nur noch in den Köpfen der AfD geistert, wurden ausgeführt. So erlebten die „Sympathisanten der AfD“ ein Potpourri an Theorien, die es ja laut AfD in ihren Reihen nicht gibt; Verschwörungstheorien, die tausendfach im Netz kursieren. So langsam wurde der Applaus, den es sonst zwischendurch gab, plötzlich weniger. Merkte da der ein oder andere das sich die AfD da widersprochen hat? Natürlich nicht. Es war wohl eher dem Feuerwerk an AfD-typischen Parolen und der fortgeschrittenen Zeit geschuldet.

Bleibt abschließend nur zu sagen: Liebe AfD wir haben es wirklich versucht der Kundgebung etwas abzugewinnen. Haben ausnahmsweise mal auf Lösungen gehofft aus euren Reihen. Leider gab es wieder nur das Programm „Schema F“. Ihr habt die Wahrheit und der Rest sind Verbrecher, Verräter, Virologenspinner, oder dumm und systemtreu. Fast vergessen… alle die nicht eurer Wahrheit folgen, sind ja die Gutmenschen. Merkt ihr selber… Nichts neues. Lautstark hetzend durch den Abend, so lassen sich die 90 Minuten zusammenfassen. Und natürlich sind alle gegen euch.

Protipp: Die „Wahrheit“ belegt man mit Fakten und nicht mit Lautstärke und Hetze. Und für eine Demokratie bringt man Lösungen.

Bleibt noch zu erwähnen, dass es ansonsten ruhig blieb. Auch unser Bürgermeister Dirk Fuhlert wurde in Begleitung des Ordnungsamtes in Hörweite gesehen. Ansonsten waren zudem noch 3 Polizeiwagen zur Absicherung vor Ort.

In diesem Sinne, könnt ihr nun „Hettstedt Live“ in eure Liste der gefährlichen Systempresse, Lügenpresse, oder wie auch immer ihr es auch nennt aufnehmen. Die Mitteldeutsche Zeitung ist ja schon auf der Liste. Und danke, dass unserem Redakteur immer noch die Ohren klingeln.

(Red / AK)

Fahrrad an der „Insel“ auf dem Markt

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