Bundestag erleichtert Abschuss von Wölfen

Die Opposition und Tierschützer entsetzt.

Gegen die Stimmen der gesamten Opposition verabschiedete der Bundestag am Donnerstag (19.12.2019) ein entsprechendes Gesetz, auf das sich die große Koalition nach monatelangem Ringen verständigt hatte.

«Die Neuregelung zeigt, dass wir berechtigte Sorgen der Bevölkerung und die Interessen der Weidetierhaltung ernst nehmen», sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). Der CDU-Abgeordnete Hermann Färber sagte im Bundestag, bei 639 Übergriffen von Wölfen im vergangenen Jahr seien bundesweit 2067 Nutztiere gerissen worden.

«Deshalb ist es höchste Zeit, dass wir den Weidetierhaltern in Deutschland wieder eine Perspektive zum Schutze ihrer Tiere bieten.» Für die Neuregelungen stimmten in namentlicher Abstimmung 361 Abgeordnete, 275 Parlamentarier lehnten sie ab.

In Zukunft ist ein Abschuss auch dann möglich, wenn unklar ist, welcher Wolf genau zum Beispiel eine Schafherde angegriffen hat. Es dürfen so lange Wölfe in der Gegend geschossen werden, bis es keine Attacken mehr gibt – auch wenn dafür ein ganzes Rudel getötet wird.

Trotzdem versicherte der umweltpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Carsten Träger: «Es wird kein unkontrolliertes Rudelschießen geben.» Tatsächlich ist vorgesehen dass jeder weitere Abschuss von den Behörden der Ländern einzeln genehmigt werden muss.

(red)

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