Funkloch Deutschland – Notruf absetzen trotzdem meist möglich

Deutschland ist zwar relativ gut abgedeckt, wenn man telefonieren muss, aber mancherorts kommt man sich vor wie in der Wüste… Der Funkwüste.

Das im Notfall ein Funkloch auch tragische Folgen haben kann, zeigte erst gestern wieder ein Unfall im Landkreis Oberhavel in Brandenburg. Erst mehrere hundert Meter entfernt konnten Zeugen den Notruf absetzen, was letztendlich einem Unfallbeteiligten das Leben kostete.

Kann ich auch im Funkloch einen Notruf absetzen?

Die Antwort heißt kurz und knapp… in 99% aller Fälle Ja.

  • Beim Notruf 112 wählt sich Ihr Handy automatisch in das Netz ein, das vor Ort am stärksten ist – unabhängig davon, welchen Netzbetreiber Sie haben.

  • Wichtig wählen Sie die 112! Beim Polizei-Notruf 110 funktioniert die automatische Einwahl ins stärkste Netz meist nicht.

  • Bei vielen Handys ist das Wählen der 112 selbst bei aktivierter Tastensperre möglich.

  • In allen 28 EU-Staaten erreicht man unter der einheitlichen Rufnummer 112 den vor Ort zuständigen Einsatzdienst wie Polizei, Notarzt oder Feuerwehr – schnell, kostenlos und ohne Ländervorwahl.

Viele Handys haben Notruf-Assistenten

Notruf absetzen beim iPhone

Auf dem iPhone X, iPhone 8 oder iPhone 8 Plus können Sie eine Notruf-SMS aktivieren:
Die einzelnen Schritte sind auf der Support-Seite von Apple beschrieben.
https://support.apple.com/de-de/HT208076

SOS-Ruf auf einem Android-Smartphone

Sie müssen die SOS-Funktion einmalig aktivieren.
Einstellungen/ Kategorie „Erweiterte Einstellungen“/ „Notfallassistent“ bzw. „SOS-Nachrichten senden“.
Sind alle Einstellungen ausgewählt, ist der Notfallassistent aktiviert. Drücken Sie jetzt im Notfall dreimal auf dem Power Button, versendet das Gerät automatisch eine Notfallnachricht an die ausgewählten Kontakte.

Smartphones ohne SOS-Funktion:

Hier helfen diverse Apps. Beispiele sind etwa die „SOS Emergency App“ für Android, „SOS Panic Button“ für IOS oder „Komm Gut Heim“ für beide Betriebssysteme.

GPS einschalten

Schalten Sie vor dem absetzen des Notrufs ihr GPS am Handy an. Im optimalen Fall, übertragen die Apps dann auch gleich ihre Standortdaten an die Rettungskräfte.

(red)

Foto: weserreport.de

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