Hettstedt doch kein gallisches Dorf – Deshalb kam es zu der Prognose

Auch in Zeiten von guten Wetterprognosen ist eine sehr lokale Vorhersage immernoch ein Blick in die bekannte Glaskugel. Geographie und vorallem der Wind spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Alle Prognosen beruhen auf Berechnungen von Computern. Diese werden zwar immer besser, aber alle beinhalten weiterhin eine große Unbekannte; den Wind.

So passiert es, wie Samstag früh, dass alle Rechenmodelle für Hettstedt allenfalls Regen in der Nacht zum Sonntag hervorbrachten, oder eventuell ein kleines Sommergewitter. Das eintretenden Unwetter war nirgends erkennbar.

Was passierte im Laufe des Nachmittags?

Nach allen Modellen teilte sich die Gewitterfront, die aus dem Osten Richtung Harz ZOG, über dem Großraum Halle Saale / Leipzig und zog in Teilen weiter in Richtung Sangerhausen und der andere Teil in Richtung Bernburg / Staßfurt. Hettstedt lag dabei genau dazwischen und wurde eben zum “gallischen Dorf”.
Bis dahin stimmten die Berechnungen, bis am Nachmittag der Wind auf Süd drehte und die Unwetterfront, die über und oberhalb von Bernburg tobte, direkt zu uns drückte.
Da war sie die große Unbekannte. Zwar rechnen alle Modelle den Wind so gut es geht mit ein, jedoch prognostizierten alle diesen Windrichtungswechsel erst für die Nachtstunden. Da wären dann die großen Unwetterzellen bereits abgezogen gewesen.

Doch so traffen 2 Gewitterzellen Hettstedt mit voller Kraft. Der Rest ist bekannt. Dutzende Blitzeinschläge, eine abermals überschwemmte Hadebornstraße und unsere Feuerwehren im Dauereinsatz.

Den Wetterticker zur aktuellen Entwicklung findet ihr HIER.

(Red/AK)


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