Mindestens ein Covid-19 Fall in Kupferstadt – Ein Umdenken muss stattfinden

Mit Spannung hat unsere Redaktion und Redaktionsnetzwerk auf die heutigen Zahlen des Landkreises gewartet. Was im Vorfeld bereits klar war, dass es weiterhin nur eine allgemeine Info zu Neuinfizierten geben wird.

Andere Landkreise informieren detaillierter

Unser Netzwerk hat erst letzte Woche eine erneute Anfrage gestellt, warum es nur allgemeine Informationen gibt. Abermals versteckte man sich hinter dem Datenschutz, welcher jedoch in Mansfeld-Südharz der selbe ist, wie zum Beispiel im Landkreis Harz, der die Neuinfektionen nach Städten und Gemeinden veröffentlicht. Als weiterer Grund wurde angeführt, dass man davon bei Zeiten abgegangen ist, da es vereinzelt Personen wohl gab, die dann geforscht haben wer infiziert ist. Gut dies wird sich nie verhindern lassen, aber wenn man Vertrauen bei der Bevölkerung möchte, muss man einen Kompromiss eingehen. Der Datenschutz gibt definitiv eine Auflistung nach Städten und Gemeinden her. Aber auch die Gesellschaft ist gefragt umzudenken. Alle positiv getesteten Personen sind automatisch in Quarantäne und somit keine “Gefahr” mehr für die Bevölkerung. Und vor einem Test kann JEDER von uns potentieller Träger und Überträger sein.

Mindestens ein Neuinfizierter in der Kupferstadt

Bereits am Wochenende sickerte in unser Redaktionsnetzwerk durch, dass die Kupferstadt mindestens einen Neuinfizierten hat. Angaben zur Person werden auch wir nicht bekannt geben. Diese Person befindet sich in Quarantäne. Ebenso wurden zahlreiche Kontakte bis zum Test, der am heutigen Montag stattfinden sollte, vorsorglich unter Quarantäne gestellt.

Wie schnell man unwissend Überträger werden kann, zeigt dieser Fall anschaulich. Wie unser Netzwerk recherchieren konnte, war mindestens eine Kontaktperson am vergangenen Wochenende in mehreren Landkreisen unterwegs, ohne zu wissen, dass diese wusste das sie direkten Kontakt zu der infizierten Person hatte, was im Nachgang (wenn auch diese Person positiv getestet wird) eine Kontaktverfolgung fast unmöglich machen dürfte. Corona-WarnApp Fehlanzeige. Diese war bei keinem der betreffenden installiert und aktiv.

Umdenken in der Gesellschaft notwendig – WarnApp ist kein Überwachungssystem Berlins

Immer noch ranken sich viel Mythen und Verschwörungen um die Corona-WarnApp, die komplett aus der Luft gegriffen sind. Niemand wird ausspioniert, oder heimlich überwacht. Und wer es immer noch nicht glauben mag, der komplette Code der Software ist öffentlich und kann eingesehen werden. Schickt man Codeteile mal durch Google, bekommt man sogar für den Laien verständlich angezeigt, welche Codezeile was macht. Offener kann man keine App programmieren. Sie ist zwar kein Wundermittel gegen Corona, aber ein sinnvoller und hilfreicher Baustein in der Kontaktverfolgung und um Kontakte schneller zu warnen, als es unsere Gesundheitsämter je könnten. Oder kennt ihr den Namen und Telefonnummer des Menschen, der auf einem Markt oder im Laden längere Zeit neben euch stand? Die App kennt diese Daten auch nicht, kann aber im Fall einer Infektion dich schnell und anonym warnen. Das Gesundheitsamt benötigt dafür Namen oder Telefonnummer. Anonymer ist da nur die Corona-WarnApp.

Appell an den Landkreis und die Gesellschaft

Liebe Verwaltung des Landkreises, hört auf euch hinter dem Datenschutz und euren Befürchtungen zu verstecken und kommt endlich eurer Informationspflicht nach, wenn ihr Vertrauen bei der Bevölkerung haben wollt.

Und werte Leser, Infizierte sind in Quarantäne und somit keine Gefahr mehr. Und immer im Hinterkopf behalten: Vor einem Test sind wir alle potentielle Überträger. Lasst uns mit dem Virus leben lernen und dabei die technischen Lösungen nutzen.

(Redaktionsnetzwerk “Hettstedt Live”/Red/AK)

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