Nappian und Neucke

In Goslar gab es einmal zwei junge Bergmänner namens Nappian und Neucke. Die machten sich eines Tages auf, um anderswo ihr Glück zu suchen. Die Beiden besaßen nichts weiter, also machten sie sich mit ihren Knotenstöcken und einem kleinen Bündel mit etwas Essen auf den Weg ins ungewisse.

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Als sie in die Gegend von Hettstedt gekommen waren, wurden sie von Räubern überfallen, die ihnen auch noch das Letzte nahmen. Bei ihrer Gegenwehr wurde Nappian durch einen Pfeil in der Schulter verletzt, Neucke verteidigte aber für zwei und konnte ihr Leben retten.

Den Räubern blieb nur die Flucht, so gut konnte Neucke mit dem Knotenstock umgehen. Dann fand er mit seinem verletzten Freund Unterkunft und freundliche Bewirtung bei einem Köhler in der Nähe. Um sich Kost und Logis zu verdienen half der Gesunde dem Köhler bei seiner Arbeit.

Als sie einen fertigen Meiler abräumten, sah der Bergmann plötzlich etwas blinken. Überrascht aber voller Freude, hob er den glänzenden Stein auf und als ihm der Köhler erzählte, dass man solche Steine ständig beim Baumroden fände, war er überglücklich.

So schnell es ging, brachte Neucke den Stein nach Goslar, um ihn untersuchen zu lassen. Seine Annahme traf zu, es war reines Kupfererz, was er gefunden hatte.

So gründeten Nappian und Neucke den Mansfelder Kupferbergbau. Die Legende sagt, das sei im Jahr 1199 gewesen, ungefähr an der Stelle, wo heute die St. Gangolfkirche auf dem Kupferberg in Hettstedt steht.

Quelle: harzer-sagen.harz-urlaub.de