Seenotrettung – Deshalb wurde Carola Rackete wirklich verhaftet

„Heldin“ oder „Helferin der Schlepper“ diese Frage spaltet Deutschland inzwischen, nachdem die SeaWatch mit Kapitänin Carola Rackete in den italienischen Hafen eingelaufen ist und verhaftet wurde.

Die Frage ist eigentlich, ganz nüchtern betrachtet, schnell beantwortet. Nichts von beidem.

Verhaftet wurde sie nur, weil sie ohne Erlaubnis in den italienischen Hafen eingelaufen ist. Das sie dabei ein Polizeiboot rammte, ist eher nebensächlich und sie hat sich dafür bereits öffentlich entschuldigt.

Wie diesen Hype nun einordnen?

Humanitär hat sie alles richtig gemacht, denn Seenotrettung ist in der EU rechtlich eindeutig geregelt.

Das Einlaufen ohne Erlaubnis in den italienischen Hafen hingegen muss man differenzierter betrachten. Italien möchte seine Außengrenzen schützen, ist jedoch EU-rechtlich zur Hilfe verpflichtet.

In diesem Fall wird das ganze Dilemma der europäischen Flüchtlingspolitik sichtbar, wo die Länder, die Flüchtlinge aufnehmen (anlanden lassen) meist von der EU im Stich gelassen werden.

Kurzum: Carola Rackete (SeaWatch) wurde nur wegen des unerlaubten Einlaufens in den Hafen verhaftet, nicht weil sie Menschen in Seenot gerettet hat.

Einen guten Artikel möchte ich allen noch ans Herz legen, der die Seenotrettung etwas genauer beleuchtet.

Artikel zur Seenotrettung im Fall Rackete

(AK)

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