Stephan Balliet sagt aus – Die Chronik seiner Radikalisierung

In der Anklageschrift stehen folgende Vorwürfe: zweifacher Mord, versuchter Mord in 68 Fällen, versuchte räuberische Erpressung mit Todesfolge, gefährliche Körperverletzung, fahrlässige Körperverletzung und Volksverhetzung.

Die Richterin befragt Stephan B. zu seinem Hintergrund, der Vorbereitung der Tat und der Tat selbst. Es geht um den verkürzten Wehrdienst, den er geleistet hat und sein nicht abgeschlossenes Studium. Er sagt, dass die Flüchtlingskrise für ihn ein „Cut“ gewesen sei und sein Leben beeinflusst habe. Bei seiner Aussage muss ihn die Richterin mehrfach darauf hinweisen, keine menschenverachtenden Begriffe zu verwenden.

Stephan B. berichtet, dass er ab 2015 begonnen habe, sich Waffen zu kaufen. Ab 2016 habe er angefangen, selbst Waffen zu bauen. Über den Waffenbau habe er sich im Internet informiert. Einer Gruppe habe er sich nicht angeschlossen.

Bereits im Sommer vor dem Anschlag hat sich B. nach eigener Aussage die hallesche Synagoge angesehen. Er sei dabei wie ein normaler Passant an dem Gebäude vorbeigegangen. Zwei Mal sei er mit dem Auto seiner Mutter nach Halle gefahren. Bis zur Tat habe er mit niemandem über sein Vorhaben gesprochen.

Der Angeklagte sagt, er habe die Tat bewusst für den 9. Oktober geplant, weil an dem Tag Jom Kippur begangen werde, der wichtigste jüdische Feiertag. Am 9. Oktober 2019, kurz nach 12 Uhr, sei er an der Synagoge in Halle gewesen. Er gesteht, an der Tür der Synagoge eine Frau erschossen zu haben. Es tue ihm leid, dass er sie erschossen habe: „Das war nicht geplant und nicht gewollt.“ Stephan B. sagt aus, dass er in der Synagoge Waffen einsetzen wollte.

(MDR.de)

Related posts