Supermarkt-Kette Real wird offenbar zerschlagen – Edeka an vielen Märkten interessiert

Der Handelsriese Edeka greift nach Supermärkten des Konkurrenten Real. Edeka meldete beim Kartellamt Pläne für eine Übernahme von Real-Märkten an, wie die Wettbewerbshüter mitteilten. Kartellamtschef Andreas Mundt erklärte, es gehe um eine „hohe zweistellige Anzahl dieser Standorte“. „Wir werden jetzt umfassende Ermittlungen für die betroffenen Absatz- und Beschaffungsmärkte einleiten“, kündigte er an.

Der Real-Mutterkonzern Metro will die Supermarktkette an ein Konsortium um den Immobilien-Investor Redos verkaufen. Metro-Chef Olaf Koch hatte Real vor einem Jahr ins Schaufenster gestellt, die Kette mit ihren rund 34.000 Beschäftigten passt nicht zu seiner Strategie, den Düsseldorfer Konzern auf das Geschäft rund um den Großhandel zu konzentrieren. Das Kartellamt hatte die Pläne für die Übernahme durch Redos bereits genehmigt.

Redos will Insidern zufolge mehr als 50 der über 270 Real-Märkte weiter betreiben, die Marke soll erhalten bleiben. Die übrigen Standorte sollen an Konkurrenten gehen. Der geplante Verkauf an andere Händler muss aber ebenfalls vom Kartellamt gebilligt werden. Die Kartellwächter prüfen Übernahmen im deutschen Einzelhandel in der Regel sehr genau. Die Bonner Behörde hatte in der Vergangenheit ein Veto gegen eine Übernahme der Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann durch Edeka eingelegt. Diese landete erst nach einer Sondererlaubnis des damaligen Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel bei Edeka und Rewe.

Edeka greift nun nach einem Teil der Real-Standorte. Ein Edeka-Sprecher wollte sich nicht zu Einzelheiten äußern. „In die Details des Verkaufsprozesses sind viele eingeweiht, Metro, Redos, weitere am Erwerb interessierte Unternehmen und das Bundeskartellamt“, erklärte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Dies gelte aber nicht für die Beschäftigten. Diese müssten informiert und Verdi müsse beteiligt werden. Die Tarifkommission Reals werde bald zusammentreten und über das weitere Vorgehen beraten.

Quelle: n-tv.de , jwu/rts

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